KERN Feuchtebestimmer, Modell: KERN MLB 50-3N
Gehobener Standard bei der Feuchtebestimmung. Überall dort, wo in der Herstellung den Produkten Feuchtigkeit entzogen oder zugesetzt wird, ist die schnelle Bestimmung des Feuchtegehalts von enormer Bedeutung. Bei unzähligen Erzeugnissen ist der Feuchtegehalt sowohl ein Qualitätsmerkmal, als auch ein wichtiger Kostenfaktor. Beim Handel mit industriellen oder landwirtschaftlichen Produkten sowie mit Erzeugnissen der Chemie oder der Lebensmittelbranche, gelten oftmals feste Grenzwerte für den Feuchtegehalt, die durch Liefervereinbarungen und Normen definiert sind.
Produktbeschreibung:
3 Anzeigen für Temperatur, Trocknung in % und Trocknungszeit. Der letzte Messwert bleibt solange im Display stehen, bis er durch eine neue Messung überschrieben wird. Applikationstabelle. Viele Beispiele aus der Praxis in der Bedienungsanleitung. 1 Halogen-Quarzglasstrahler 400 W. 10 Probeschalen inklusive
Serienmäßige Ausstattung: Interne Justierautomatik (CAL): Einstellen der Genauigkeit durch internes motorgetriebenes Justiergewicht. Justierprogramm (CAL): Zum Einstellen der Genauigkeit. Externes Justiergewicht notwendig. Datenschnittstelle: RS 232 C, bidirektional, zum Anschluß von Drucker und PC. GLP/ISO-Protokollierung von Wägedaten mit Datum, Uhrzeit und Ident-No. Nur mit KERN-Druckern. Netzadapter: 230V/50Hz. Serienmäßig Standard D. Auf Bestellung auch in Standard GB, AUS oder USA.
| Weitere messtechnische Daten |
| Messbereich Max |
50 g |
| Ablesbarkeit d |
1 mg |
| Reproduzierbarkeit |
3 mg |
| Linearität |
± 3 mg |
| |
| Eichtechnische Daten |
| Eichung im Werk möglich |
0 |
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| Stückzählung |
| |
| Umgebungsbedingungen |
| zulässige Umgebungstemperatur |
15 °C - 40 °C |
| zulässige Luftfeuchtigkeit der Umgebung |
80 %rH |
| |
| Geräteausstattung |
| Arbeitsschutzhaube |
0 |
| Verfügbare Stromversorgung |
EURO |
| Waagenanzeige Typ |
LCD |
| Waagenanzeige Ziffernhöhe |
large digits: 14 mm, small digits: 4 mm |
| Wägeeinheiten |
g, % rH |
| Frei eingebbarer Umrechnungsfaktor |
0 |
| internes Justiergewicht |
0 |
| empfohlenes Justiergewicht |
50 g (F1) |
| Stand-by-Funktion |
0 |
| |
| Abmessungen / Materialien / Gewichte |
| Abmessungen Gehäuse BxTxH mm |
210x335x158 mm |
| Material des Gehäuses |
cast aluminium, plastic |
| Abmessungen Verpackung BxTxH [mm] |
512x380x442 |
| Bruttogewicht kg |
7.3000 |
| Nettogewicht kg |
6.0000 |
| Abmessung Wägeplatte (Ø/BxT) |
9,2 cm |
Allgemeines zur Feuchtebestimmung
Anwendung
Unter Feuchte wird nicht nur Wasser verstanden, sondern alle Stoffe die sich unter Erwärmung verflüchtigen. Dazu zählen neben Wasser auch Fette, Öle, Alkohol, Lösungsmittel, etc...
Um die Feuchte eines Materials bestimmen zu können, gibt es verschiedene Methoden. Die beim KERN MLB verwendete ist die Thermogravimetrie. Bei dieser Methode wird vor und nach dem Erwärmen die Probe gewogen, um aus der Differenz die Material-feuchte zu bestimmen. Die herkömmliche Trockenschrankmethode arbeitet nach demselben Prinzip, außer dass bei dieser Methode die Messdauer um ein vielfaches länger ist. Bei der Tro-ckenschrankmethode wird die Probe durch einen heißen Luftstrom von außen nach innen erwärmt, um so die Feuchtigkeit zu entziehen. Die beim KERN MLS eingesetz-ten Strahlung dringt überwiegend in die Probe ein um dort in Wärmeenergie umge-wandelt zu werden, Erwärmung von innen nach außen. Ein geringer Teil der Strah-lung wird von der Probe reflektiert, diese Reflektion ist bei dunklen Proben geringer als bei hellen. Die Eindringtiefe der Strahlung hängt von der Durchlässigkeit der Pro-be ab. Bei Proben mit geringer Durchlässigkeit dringt die Strahlung nur in die oberen Schichten der Probe ein, was zu unvollständiger Trocknung, Verkrustung oder Verbrennung führen kann. Aus diesem Grund ist die Probenvorbereitung äußerst wichtig.
Abgleich auf bestehendes Messverfahren: Häufig ersetzt der KERN MLB ein anderes Trocknungsverfahren(z.B. den Trockenschrank), da der KERN MLB bei einfacherer Bedienung kürzere Messzeiten erreicht. Aus diesem Grund muss das herkömmliche Messverfahren auf den KERN MLB abgestimmt werden, damit vergleichbare Ergebnisse erzielt werden können.
- Parallelmessung durchführen geringere Temperatureinstellung beim KERN MLB als bei der Trockenschrankmethode
- Ergebnis des KERN MLB stimmt nicht mit der Referenz überein
Probenvorbereitung: Immer nur eine Probe für die Messung vorbereiten. Dadurch wird vermieden, dass die Probe Feuchtigkeit mit der Umgebung austauschen kann. Müssen mehrere Proben gleichzeitig entnommen werden, so sollten diese, in luftdichte Behälter verpackt werden, damit sie sich während der Lagerung nicht ändern. Die Probe gleichmäßig und dünn auf der Probenschale verteilen, um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Durch ungleichmäßiges Aufbringen kommt es zu einer inhomogenen Wärmevertei-lung in der zu trocknenden Probe, was unvollständige Trocknung oder die Verlänge-rung der Messzeit zur Folge hat. Durch eine Aufhäufung der Probe erfolgt eine stär-kere Erwärmung an den oberen Schichten, was Verbrennungen oder Verkrustungen zur Folge hat. Die hohe Schichtdicke oder eventuell entstehende Verkrustung macht es der Feuchtigkeit unmöglich aus der Probe zu entweichen. Diese Restfeuchte hat zur Folge, dass so ermittelte Messergebnisse nicht nachvollziehbar und reproduzierbar sind.
Probenvorbereitung für loses Material: Bei losem Material ist keine besondere Probenvorbereitung nötig. Pulvrige und körnige Proben gleichmäßig auf Probenschale verteilen.
Grobkörnige Proben evt. zerkleinern (mahlen, mörsern).
Probenvorbereitung für Flüssigkeiten: Auch hier ist keine spezielle Probenvorbereitung nötig. Zähe und klebrige Proben dünn auftragen. Es empfiehlt sich, Glasfaser-Filter zu verwenden. Gewichtsverluste durch Spritzer kann verhindert werden, indem man die Probe mit einem Glasfaser-Filter bedeckt. Verwendet man Glasfaser-Filter, muss deren Gewicht wegtariert werden.
Probenvorbereitung für Feststoffe: Hier empfiehlt sich eine spezielle Probenvorbereitung. Da die Trocknung, speziell die Trocknungszeit von der Oberfläche sowie von der Dicke der Probe abhängt.
Probenmaterial: Gut bestimmen lassen sich in der Regel Proben mit folgenden Eigenschaften:
- Körnige bis pulvrige, rieselfähige Feststoffe
- Thermisch stabile Materialien, welche die zu bestimmende Feuchte leicht ab-geben, ohne dass sonstige Substanzen flüchtig werden
- Flüssigkeiten, die ohne Hautbildung bis zur Trockensubstanz verdampfen Schwierig kann die Bestimmung von Proben sein, die:
- zähflüssig/klebrig sind
- beim Trocknen leicht verkrusten oder zu Hautbildung neigen
- sich unter Erwärmung leicht chemisch zersetzen oder unterschiedliche Be-standteile freigeben
Probengröße/Einwaage: Sowohl Trocknungsdauer als auch erzielbare Genauigkeit werden durch die Proben-verteilung wesentlich beeinflusst. Dabei ergeben sich zwei gegenläufige Anforderun-gen:
Je leichter die Einwaage, desto kürzere Trocknungszeiten sind zu erreichen.
Genauigkeit: Proben größehochniedrig 0.5 g Trocknungszeit Probengrößelangkurz0.5 g
Aber je schwerer die Einwaage, desto genauer wird das Resultat.
Trocknungstemperatur: Folgende Einflussfaktoren sollten beim Einstellen der Trocknungstemperatur berücksichtigt werden
Oberfläche der Probe: Flüssige und streichfähige Proben haben im Gegensatz zu pulvrigen und körnigen Proben eine kleinere Oberfläche, die Wärmeenergie zu übertragen vermag.
Die Verwendung eines Glasfaser-Filters verbessert die Wärmeeinbringung.
Farbe der Probe: Helle Proben reflektieren mehr Wärmestrahlung als dunkle und benötigen deshalb eine höhere Trocknungstemperatur.
Verfügbarkeit flüchtiger Substanzen:
Je besser und schneller das Wasser oder andere flüchtige Substanzen verfügbar sind, desto niedriger kann die Trocknungstemperatur eingestellt werden. Ist Wasser sehr schlecht verfügbar (z. B. in Kunststoffen), muss das Wasser bei hoher Tempe-ratur ausgetrieben werden (je höher die Temperatur, desto höher der Wasserdampf-druck).
Gleiche Resultate zu anderen Feuchtebestimmungsmethoden (z.B. Trockenschrank) lassen sich erreichen, indem Sie die Einstellparameter wie Temperatur, Heizstufe und Abschaltkriterien experimentell optimieren.
Empfehlungen / Richtwerte Standardprobe vorbereiten:
- Probe wenn notwendig zerkleinern und gleichmäßig in der Aluschale verteilen.
- Spezielle Proben vorbereiten:
- Bei empfindlichen oder schwer verteilbaren Prüfmaterialien (z.B. Quecksilber) kann ein Glasfaserfilter verwendet werden.
- Probe gleichmäßig auf Glasfaser-Filter auftragen und mit einem zweiten Glasfaser-Filter abdecken.
- Der Glasfaserfilter kann auch als Schutz bei spritzenden Materialien verwen-det werden (jeder Spritzer verfälscht das Endergebnis).